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Erde als wunderbares Heilmittel
Von Fall zu Fall fällt man stets zur Erde hin. Ein Leitsatz bis zum Lebensende. Und das kommt bestimmt. Aber zuvor kann man sich mit Erde arrangieren, man kann sie zur Gesunderhaltung nutzen oder aber Pflanzen darin betten.
Was hier ungläubiges Kopfschütteln hervorruft, ist uraltes Basiswissen. Erde kann mehr, als nur Würmer und Samen beherbergen, sie ist wahrscheinlich das einzigste Heilmittel überhaupt, worauf keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten wären, außer der grandiose Heileffekt, der allerdings bar jeglicher Quacksalberei und Ärztehand daherkommt.
Und dies ist das Entscheidende daran: Erde ist überall zu finden, außer in der Wüste. Man kann sie kaufen, einen Flecken, Blumenerde meinetwegen, die Rede ist von Erde als universelle Medizin, die selbst in der Apotheke zu haben ist. Nun wollen wir drei Anwendungen besprechen, die eigens allesamt ausprobiert wurden und hier mitgeteilt werden können.
Als erste Anwendung kommt Heilerde nach einer unartigen Fress-Attacke zum Einsatz. Oft ist es so, dass nach einer solchen Untat (es ist eine!) die Reue größer ist als der zukünftige Hunger. Der nämlich kommt vom Kopf und nicht vom Bauch.
Also einen Esslöffel voll Heilerde aus der Apotheke in den Mund geschoben und... Ja, runtergeschluckt. Wobei vornan gleich gesagt werden muss, dass der zukünftige Erdesser die Heilerde aus der Apotheke in einem Schraubglas mit etwas Wasser ansetzen, aktivieren sollte. Wenn ein Sud entsteht, der die Konsistenz von Ölfarbe hat, ist man recht bedient. Nur aktiviert kann die Erde wirken.
Also ein Esslöffel Heilerde in den Mund und runter damit! Mag sein dass der Widerstand gegen dieses Geschmackerlebnis einen gewissen Ekel erzeugt. Spätestens aber beim zweiten "Einwurf" hat man diesen Ekel überwunden. Apropos Überwindung: Einmal ist keinmal. Ein Maulwurfhaufen bietet die einmalige Chance, in freier Natur das Erlebnis Erde auf die Zunge kommen zu lassen. Selbst gemacht, es lag Schnee und Maulwürfe hatten Erde bewegt. Ein kleiner Löffel an Bord und freiweg gespatelt, auf die Zunge!
Jetzt dreht er frei, der Autor, wird man hören, doch ist die Einnahme von Erde, wie sie draußen vorzufinden ist, das beste Mittel, um seinen Darm mit den Bakterien zu versorgen, die er dringend benötigt, um einigermaßen zu funktionieren zu können. Der Rohköstler weiß dies längst, er wäscht sein Gemüse nicht, um die Erdrester mitzuessen.
Was bewirkt Erde im Körper? Sie tritt in feucht-wässriger Form stark ionisiert auf, bindet Giftstoffe, ähnlich einem Ionentauscher. Freie Radikale werden aufgenommen und paralysiert. Mit Erde kann man idealerweise fasten, den Körper reinigen. Geringer ist die Wirkung der Mineralisierung des Körpers einzuschätzen, die Erde bewirken kann. Meist aber wirkt sie entgiftend. Regelmäßig genommen erzeugt sie ein besseres Wohlbefinden, bindet Körpergerüche und spannt den Körper durch Austauschreaktionen.
Der Körper wird basisch gestimmt. Eine zweite Anwendung: Wir putzen uns die Zähne mit Heilerde. Wer schon mal darüber empfunden hat, wie sehr Menthole und ähnliche Stoffe unsere Geschmacksempfindungen lähmen können, wird in Zukunft Erde schätzen. Der Autor kann dies übrigens. Heilerde-Sud auf die Zahnbürste und los geht's, fünf Minuten Feinarbeit, vom Zahnfleisch zum Weiß, die Zwischenräume somit fein gesäubert.
Natürlich ist auch diese Maßnahme sehr gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich daran. Fazit: Das Zahnfleisch erholt sich schnell vom Chemie-Cocktail der Zahnpasten, keine Fisteln mehr, Zahnfleischbluten verschwindet nach einer Woche. Natürlich bleiben feine Erdrester zwischen den Zähnen hängen, was sehr gut ist. Sie neutralisieren Säurerester über nacht und bewirken ein äußerst angenehmes Mundgefühl.
Die dritte Anwendung ist das Waschen der Haare. Auch hier werden Shampoos völlig überflüssig und man muss sich fragen, warum diese überhaupt erfunden worden sind. Man nehme die hohle Handfläche voll Heilerde-Sud aus dem Schraubglas und massiert diesen in die feuchten Haare. Getrost kann er dort eine Weile verbleiben, da wirkt er besser.
Kurz ausgespült, fertig. Die Haare bekommen nach der Wäsche mit Heilerde eine besondere Note, sie sind vielleicht nicht ganz so weich wie nach einem Shampoobad. Sie wirken kräftiger und fetten nicht mehr so schnell nach. Das wichtigste aber: Schuppen verschwinden ganz schnell und kommen nicht mehr wieder.
Doch eins muss bei der Sache bedacht werden: Unsere Haare sind Ausdruck unserer Ernährung. Wenn es gelingt von der "Schlechtkost" abzukommen, also auf eine natürliche Rohkost ohne Weißmehl, Fleisch, Milch, Eier und so weiter zu setzen, ist man auf der richtigen Seite. Der Haarboden ist unser Mineraldebot, schwinden Mineralien dort, gehen die Haare aus. Deswegen die vielen Glatzen im Lande. Das angeschmuddelte Bad ist doch das kleinere Übel, oder?
Uwe Reinwardt

Gewöhnungsbedürftig aber hochwirksam: Heilerde als wässriger Sud

